Es geht nicht um Pflege im klassischen Sinn, sondern um die Begleitung von Menschen mit Demenz in ihrer konkreten Lebenssituation. Ziel dieser Begleitung (oder: personen-zentrierten Pflege) ist es, dem Menschen mit Demenz zu ermöglichen, sich als Person zu erfahren und sein Personsein zu stärken. Im Mittelpunkt steht das kontinuierliche Bemühen, Brücken zur Welt von Menschen mit Demenz zu bauen. Kreative, körper- und sinnesbezogene Kommunikations- und Interaktionsformen sind die wichtigsten Bausteine dieser Brücken. Singen, Lachen, Gestalten, Tanzen, Streicheln, Essen zelebrieren und Feste feiern sind nicht gelegentliches Beiwerk von Pflege, sondern zentrale Interaktions- und Handlungsformen. Qualitative Methoden zur Überprüfung des Pflege- und Betreuungsprozesses wie z.B. das Dementia Care Mapping spielen eine wichtige Rolle. Ein anderes Verständnis bei den Betreuenden. Die Betreuenden verstehen sich als Begleiter/innen des Menschen mit Demenz. Eine suchende Grundhaltung und die Fähigkeit, mit unstrukturierten Situationen umgehen zu können, zeichnen sie aus. Jede noch so unsinnig erscheinende Handlung und Verhaltensweise eines Menschen mit Demenz wird als sinnbehaftet verstanden; die Aufgabe ist es, diesen Sinn zu entschlüsseln und zu übersetzen. Die Betreuenden sind in der Lage, sich auf die Welt und die Sichtweise von Menschen mit Demenz vollkommen einzulassen und von ihnen auch anzunehmen und zu lernen. Sie bringen sich als Person ganz ein und reflektieren ihr Tun. Sie geben nicht nur, sondern sie sorgen im Sinne einer Selbstpflege der Pflegenden auch für ihr eigenes physisches und psychisches Wohlbefinden. Sie sind bereit, kontinuierlich Neues zu erlernen.